Archiv | Gegenwartskunst

 

Fotograf: Marc Doradzillo | Installation View, courtesy of the artists | Galerie für Gegenwartskunst E-WERK

 

  • Doppelausstellung: Schwarze Frauen, Kunst und Widerstand | Changes in Direction 23.02.2019 - 14.04.2019
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    Foto: Natasha A. Kelly, „Millis Erwachen“, 2018, Filmstill, Maciré begenet „Milli“ im Kunsthaus Bremen Fotocredits © Anh Trieu, Henning Fehr, Philipp Rühr | Laura Horelli, Namibia Today, Videostill, 2018, Plakat, Foto Courtesy Laura Horelli.

    Doppelausstellung: Schwarze Frauen, Kunst und Widerstand | Changes in Direction

    Ausstellung: SA 23.02. – SO 14.04.2019

    English Version

    Ausstellungstext | Exhibition Text

    artline> Kunstmagazin Artikel vom 6. März

    Strategien der Selbstermächtigung (veröffentlicht am Fr, 01. März 2019 auf badische-zeitung.de)

    SWR2 Kultur Aktuell vom 10.04.19 Interview mit Kuratorin Heidi Brunnschweiler zur Ausstellung Schwarze Frauen, Kunst & Widerstand

    Natasha A. Kelly | Naomi Beukes-Meyer | Laura Horelli

    In beiden Ausstellungen befassen sich die Künstlerinnen aus unterschiedlichen Perspektiven mit deutscher Kolonialgeschichte und ihrer Aktualität in der Gegenwart.

    Kuratiert von Heidi Brunnschweiler

    In ihrem Film Millis Erwachen, 2018, porträtiert Natasha A. Kelly acht Schwarze deutsche Frauen unterschiedlicher Generationen und zeichnet die Entstehung der Schwarzen Frauenbewegung seit den 1960er-Jahren nach. Die Frauen geben Auskunft über ihre Herkunft, ihr Leben und ihre Erfahrungen mit dem alltäglichen Rassismus in Deutschland. Sie haben sich aus der Objektposition, die ihnen die weiße deutsche Mehrheitsgesellschaft zuweist, befreit. Kelly zeigt Schwarze Frauen, die selber sprechen und ein selbstbestimmtes Leben führen. Sie sind allesamt künstlerisch tätig und engagieren sich mit kulturellen Projekten für die Gleichstellung von Schwarzen Frauen. In Anlehnung an die afrokulturelle und feministische Tradition des Quiltens ergeben die acht Stimmen zusammen ein großes Ganzes.
    Neben Kellys Film sind Arbeiten von Naomi Beukes-Meyer zu sehen. Sie ist eine der von Natasha A. Kelly porträtierten Schwarzen Frauen in Millis Erwachen. Sie wuchs in Namibia auf, studierte Schauspiel und kam 1995, mit 29 Jahren, nach Deutschland. Sie arbeitet als Schauspielerin und Drehbuchautorin und unterrichtet Theater in Berlin.


    Laura Horelli präsentiert unter dem Titel Changes in Direction zwei Themenkomplexe und zeigt, wie Kolonialgeschichte im Kalten Krieg nachwirkte und bis heute beschäftigt.

    In den Arbeiten der Werkgruppe Namibia Today zeichnet die Künstlerin die Beziehung der DDR zu Namibia, der ehemaligen deutschen Kolonie, nach. Im Medium der dokumentarischen Filminstallation wird die Geschichte von Namibia Today, der Zeitschrift der namibischen Befreiungsbewegung, untersucht, die in der DDR gedruckt wurde.

    Uutisten aika (Newstime) ist ein neuer Film aus Found-Footage, der sich mit kulturellen Unterschieden, Aussenseitertum, dem namibischen Unabhängigkeitskampf und den langfristigen Beziehungen Finnlands zum südafrikanischen Land befasst.
    Auf der Bildebene sehen wir Archivmaterial des finnischen Rundfunks YLE. Auf der Tonspur lernen wir Ellen Ndeshi Namhila, eine wohlbekannte Schriftstellerin und Historikerin aus Namibia, kennen, die aus ihrer Autobiografie The Price of Freedom vorliest.
    Namhila kam in den 1980er-Jahren durch ein Studienprogramm nach Tampere, Finnland, wo sie Bibliothekswissenschaft studierte. Parallel zu Namhilas persönlicher Erzählung erfahren wir durch die historischen Filme von der offiziellen Geschichte dieser Jahre.


    Veranstaltungen:

    VERNISSAGE: FR 22.02. | 19 Uhr | Begrüßung & Eröffnung im Foyer
    ab 19:30 Uhr
    | Roundtable mit Laura Horelli, Natasha A. Kelly und Naomi Beukes-Meyer

    SA 23.02. | 19:30 Uhr | Film Screening & Director’s Talk mit Regisseur Joel Haikali, Namibia
    Die Veranstaltung findet im Kommunalen Kino, Freiburg, statt.

    DI 19.03. | 19 Uhr | Vortrag und Gespräch mit Laura Horelli und Dag Henrichsen, Basler Afrika Bibliographien: Zur Rolle der Archive für die koloniale und postkoloniale Geschichte sowie Laura Horellis Film Uutisten aika (Newstime) mit der namibischen Schriftstellerin und Historikerin Ellen Ndeshi Namhila im Kontext.

    DI 28.05. | 19 Uhr | Vortrag & Diskussion: Künstlerin Natasha A. Kelly
    Millis Erwachen. Ein Film von Natasha A. Kelly – Zwischen den Zeilen gelesen, Kammertheater

    Öffentliche Führungen: So 24. Februar / 10. März /24. März / 7. April 2019

    16 Uhr | Treffpunkt Galerie 1

    Öffnungszeiten Galerie 1 & 2
    Do-Fr 17-20 Uhr | Sa 14-20 Uhr | So 14-18 Uhr

  • Regionale 19 | sono - Anna Schütten, Einzelpräsentation | Gruppenausstellung Don’t talk about the weather forecast | 23. November – 6. Januar 2019
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    Foto: ©Emma-Haeck, La pluie et le beau temps, 2018, Videostill, Foto courtesy of the artist.

    Regionale 19

    Zeitgenössische Kunst im Dreiländereck

    Ausstellung | Sa, 24. November – So, 6. Januar 2019

    Künstler*innen:
    David Gobber (CH); Emma Haeck (FR); Stefan Karrer (CH); Dirk Koy (CH); Naz Naddaf & Haejueng Paik (CH); Nastassja Ramassamy (FR); Jorim Huber (CH); Jacob Ott (D); Kathryn Vogt-Häfelfinger (CH); Michel Winterberg (CH); Anna Schütten (D); Linda Wunderlin (CH).

    Kuratiert von Heidi Brunnschweiler / Jana Spät und Ted Davis

    English Version

    // Anlässlich der Regionale 19 werden künstlerische Positionen gezeigt, die sich mit dem Wetter, seiner Simulation und seiner Leistungsfähigkeit in der Kunst auseinandersetzen:

    Galerie 1 | Einzelpräsentation
    1. Anna Schütten, sono, 2018

    In „sono“ wird die Bildfläche zum begehbaren Bild und zur Ausstellungsarchitektur.
    An der markanten im Raum vorhandenen Deckenstruktur werden ca. 20-30 Stoffbahnen
    montiert und als vertikale Bildträger statt an den Wänden in der Mitte des Raumes platziert.
    Ein Teil der Deckenbeleuchtung wird abmontiert, so dass die Veränderungen des Tageslichtes wesentlich zu den sich im Tagesablauf verändernden Lichtverhältnissen der Arbeit beitragen. Die Malereien entstehen vor Ort und sind einzeln, aber auch in freier Abfolge lesbar. Das Durchlaufen des Betrachters bestimmt die Abfolge der Bildelemente, den Rhythmus und die Bildfrequenz. Freihängend in der Mitte des Raumes werden die einzelnen Bildstreifen gleichzeitig auch zum Paravent und Sichtschutz für die anderen Elemente, durch Lücken sind einzelne Ausschnitte der Malereien sichtbar und setzen sich im Ablaufen zu einem neuen Bild zusammen.

    Galerie 2 | Gruppenausstellung Don’t talk about the weather forecast

    “I don’t want to hear any news on the radio about the weather on the weekend.”
    Diesen Satz wiederholt der mit Computer-Software generierte Avatar im Video Warm, Warm, Warm Spring Mouths des englischen Künstlers Ed Atkins gebetsmühlenartig.
    Wettersituation zu erschaffen, die wir als echt und real empfinden, ist immer noch eine Herausforderung für die Programmierung von Computerspielen. Es wird auf diesem Gebiet großer Aufwand betrieben, weil realistische Wettereffekte wie Regenschauer oder Schneegestöber, Prüfstein sind, ob Nutzer*innen virtuelle Räume als echt erleben.
    Der Videokünstler Ed Atkins erweist sich als Virtuose der digitalen Kunst, weil seine Windsimulationen besonders echt sind. Atkins Perfektion zeigt sich u.a. an den Bewegungen der Haare seines Avatars, die sich jeder Wettersituationen natürlich anpassen. Der Avatar als alter Ego des Künstlers weigert sich, über das Wetter zu reden, da jede neue Prognose eine neue Haarerscheinung verlangt, was viel Programmierarbeit bedeutet.
    Auch will nach dem soeben zu Ende gegangenen Hitzesommer keiner über das Wetter reden. Hitzetage, Tropennächte und Trockenzeit sind Zeichen dafür, dass der schnell fortschreitende Klimawandel hier bei uns stattfindet und nicht nur in der Antarktis, auf einer Südseeinsel oder in einer fernen Zukunft. Gemäß einer Umfrage anerkennt zwar die Mehrheit den Klimawandel, verdrängt jedoch dieses Thema. Weil es unangenehm ist und Konsequenzen für die eigene Lebensführung hat, ist es einfacher, nicht über das Wetter reden.
    Die Regionale 19 nimmt die Weigerungen, über das Wetter zu sprechen, zum Anlass, um Arbeiten von zwölf Künstlerinnen und Künstler aus dem Dreiländereck zu zeigen, die sich mit Wetter, Wettererscheinungen oder Wetterprognosen befassen. Sie verdeutlichen, wie aktuell und wichtig die Wetterthematik heute ist, auch wenn es als Banalität gilt, sich darüber zu unterhalten.

    Jacob Ott, Windy Image 1–20
    In der Serie Windy Image collagiert Ott Katastrophenbilder von Hurrikans und anderen Unwettern. Diese Abbildungen der Zerstörung sind für ihn interessante Material-Collagen. Ott hat die Bilder im Internet recherchiert und aufgrund kompositorischer Spannung ausgewählt. Er ordnet die ausgeschnittenen Fundstücke auf filigranen Bildträgern an und bearbeitet sie. Dabei legt er im Kontrast von Bildträger und Bildmotiv vielfältige Gegensätze an. So kommt es zur Spannung von Form und Inhalt, von Fragilität und Zerstörung, von Sturm und Flaute oder von Zufall und Berechnung.
    Für den Bildgrund wählt Ott kitschige Farben, die an paradiesische Naturvorstellungen von Ferienwerbung erinnern. Die Motive zeigen indes die Gewalt der Naturkräfte und die Folgen menschlicher Umweltzerstörung. Auf allen Collagen ist eine Palme zu sehen, die sich in den Orkanböen eines gewaltigen Sturms beugen. Der rasterförmigen Anordnung der Collagen gibt Ott ein windschiefes Gitter Windy Grid (2) als Wandmalerei hinzu. Selbstironisch reflektiert er so das Raster als strenge spätmoderne Bildform.

    David Gobber, Glitcher, 2018
    Mit „Glitch“ wird ein technischer Fehler in der Elektronik bezeichnet und kann daher beispielsweise eine Bild-Störung bei der Umformatierung von digitalen Bildformaten wie JPG meinen. Für die Glitcher Serie nutzt Gobber die Zufälligkeit und Unberechenbarkeit dieser Fehler für visuelle Effekte. Für seine visuellen Experimente wählt er Schwarz-Weiss-Bilder von Gletschern, die er im Internet gefunden hat.
    Für David Gobber bieten die unkontrollierbaren Effekte des Glitch einen anschaulichen Vergleich für die menschlichen Einflüsse aufs Ökosystem, die sich ständig ereignen. Sie sind wie die unkontrollierten Bildeffekte wegen der technischen Errungenschaften möglich, aber kaum gezielt einzusetzen oder zu lenken.
    Das rasante Abschmelzen von Gletschern im Alpenraum ist bekanntlich Zeichen des schnell voranschreitenden Klimawandels. Vielleicht sind Gobbers Arbeiten bald historische Auf-nahmen von Gletschern, die es nicht mehr gibt.

    Jorim Huber, Vergangenes und Kommendes Wetter, 2014
    Jorim Huber setzt Wetterberichte der letzten 200 Jahre als Platzhalter ein, um über den schnellen Wertewandel von Kunst zu sprechen. Wie das Wetter ändern sich Kunstmoden schnell, kommen und gehen, sind im Moment aktuell und schon wenige Tage später vergessen.
    Die Arbeit entstand an der Cooper Union in New York, als Huber mit widersprüchlichen Kunst-Auffassungen konfrontiert war. Aus Europa kannte er einen sehr kritischen Umgang mit Kunst. In New York hingegen galt Kunstschaffen als Selbstverständlichkeit wie Essen und Trinken. Diese Erfahrung verunsicherte ihn: Warum sollte er ein Werk schaffen, wenn es Normalität war und keinen problematischen Status mehr hatte?
    Mittelpunkt von Vergangenes und Kommendes Wetter ist ein von Huber verfasster Text, der diese Erfahrung überspitzt zusammenfasst. Der Text steht am Boden, wie ein abgehängtes Mahnmal für eine Kunsthaltung von «anything goes», die möglichst vielen potenziellen Betrachtern und Käufern eine Sinnfindung anbietet.
    Auf einem überdimensionalen Sockel liegt ein schwarzes Buch mit den Wetterberichten, die drei Zeitformen anzeigen: Als tägliche Präsenz markiert das Wetter eine Gegenwart, als Prognose verweist es in die Zukunft, im Rückblick gerät es ins Vergessen.

    Kathryn Vogt-Haefelfinger, ‘oh honey b’, 2018
    Der Versuch, Honig mit Lack zu fixieren, führt zu einer Reaktion, bei der der Honig den Lack verdrängt. Der Honig fließt aus dem Bild hinaus und hinterlässt Spuren im trocknenden Lack. Die Abwesenheit des Honigs gestaltet das Bild.
    Die Arbeit ‘oh honey b’ befasst sich mit Themen des Umbruchs, Veränderung und Naturgewalten insbesondere Hurrikans und Eisschmelze. Das runde Format wirkt wie ein Satellitenfoto von der Erde, das eine durch Klimawandel veränderte Erdkruste zeigt.

    Michel Winterberg, Sunset on Demand, 2015
    In der westlichen Kunstgeschichte ist das Landschaftsbild eng mit der Wetterdarstellung verbunden. Insbesondere Sonnenuntergänge sind seit der Romantik sehr beliebt, weil sie einen Seelenzustand spiegeln.
    Sunset on Demand ermöglicht Sonnenuntergänge in unterschiedlichen Wetterstimmungen auf Tastendruck «on demand», als Sofort-Service, schnell und unmittelbar, zu erleben. Bei Betätigung der Taste im antiken Gemälderahmen wird jeweils ein neues Meerespanorama generativ und virtuell erzeugt. Die Kombinatorik der 100 Landschaftstopografien, die in Farbigkeit und Position und Höhe variieren, macht die erzeugten Landschaftsbilder einzigartig. Im Gemälde mit malerischem Duktus und Aquarellpapiertextur können die Betrachter*innen so den Sonnenuntergang im Zeitraffer von zwei Minuten erleben.

    Linda Wunderlin, Find a place you trust, and then, try trusting it for a while, 2017
    Die sechs Videos der ursprünglich achtteiligen Arbeit sind in Belfast aufgenommen. Starker Wind ist ein konstantes Wetterphänomen in der nordirischen Hauptstadt unweit vom Meer.
    Die Künstlerin hat mit der Filmkamera vorgefundene Situationen mit ähnlichen Motiven eingefangen. Sie filmt Stacheldrahtformationen auf Zäunen, Absperrungen oder Gittern, in die sich zufällig Plastik verfangen hat und im Wind flattert. Diese bewegten flüchtigen Plastikskulpturen sind durch Zufall entstanden. Sie verändern sich ständige durch Wind und Wetter.
    Auf jedem Bildschirm ist eine feste Einstellung zu sehen. Mehrheitlich ist eine untersichtige Perspektive gewählt, sodass die Motive diagonal im Bildausschnitt vor schnell wechselnden Wetterkulissen erscheinen. Begleitet werden die Aufnahmen von Stadtgeräusch. Wir hören auf- und abschwellenden Verkehrslärm, das klopfende Pfeifen des heftigen Windes im Mikrofon, manchmal Kirchenglocken oder Menschenstimmen.
    Die Arbeit ist anlässlich von Linda Wunderlins Studienaufenthalt in Belfast entstanden.
    Für den Titel wählt die Künstlerin die erste Regel von John Cages 10 Rules for students and teachers. Diese Anleitung wurde ihr am ersten Tag an der Ulster University in die Hand gedrückt. Sie begleiteten sie bei ihrem Auslandsemester.

    Haejeung Paik & Naz Naddaf, Weatherball, 2018
    Die interaktive Installation besteht aus fünf Ballons, auf die Wetterdaten projiziert werden.
    Beim größten Globus befindet sich ein Mikrofon, in das die Betrachter*innen die Namen von Städten auf der ganzen Welt sprechen können. Der Computer sucht die entsprechenden Wetterdaten via Spracherkennung aus dem Netz und projiziert sie als Muster auf den Ballon.
    Die visualisierten Daten zeigen Temperatur, Windgeschwindigkeit und -richtung sowie Luftfeuchtigkeit an.
    Auf die vier kleinen Ballonen werden live Wetterdaten von Städten mit politischen Konflikten, ansteigenden Meeresspiegeln, hohen Migrationsquoten und von Steueroasen übertragen. Schon die russischen Kosmisten machten die Sonne für die Revolution verantwortlich.
    Die Arbeit verdeutlicht, dass das Wetter auch für den zeitgenössischen Menschen immer noch ein grundlegender Faktor ist. Noch nie standen so viele Wetterdaten über Apps oder Livecams zur Verfügung und waren so schnell und einfach abzurufen. Sie erlauben uns, uns mental und physisch auf die Welt vorbereiten, der wir im Begriff sind zu begegnen. Wetterinformationen beeinflussen nicht nur das persönliche Leben, sie habe auch soziale und politische Auswirkungen. Erfolgreiche Fahrten übers Mittelmeer sind beispielsweise von gutem Wetter abhängig.

    Stefan Karrer, Concrete Platform, 2018
    Die webbasierte Videoinstallation von Stefan Karrer geht den Telekommunikationskabeln in der Tiefsee nach. Sie werden am Meeresgrund verlegt und übertragen mehr als 90 Prozent aller Datenkommunikation.
    Ursprung der Arbeit ist ein Foto mit Bildunterschrift, die Karrer auf panoramio.com, dem Foto-Sharing-Dienst von Google, gefunden hat. Es zeigte eine Betonplattform am Strand. Die Bildunterschrift sagt, dass dies der Ort ist, wo ein Untersee-Glasfaserkabel an Land kommt. Dieses Bild regte Karrers Fantasie an. Er stellte sich vor, wie in dem Jahr, in dem dieses Seekabel fertiggestellt wurde, die Meeresbrandung zum ersten Mal die Betonoberfläche berührt. Auf dieser Betonplatte haben sich über den Sommer verschiedene Dinge abgelagert. Auf der Oberfläche liegt ein portables Audio-Gerät aus dieser Zeit, aus dessen Kopfhörer ein Song erklingt.
    Karrer hat eine Website programmiert und darauf einen Index mit den Namen der Tiefseekabel erstellt. Sie lassen sich alphabetisch, chronologisch oder geographisch filtern. Seine Programmierung wiederholt die von ihm fantasierte Szene für jede Seekabel-Ladestelle am Mittelmeer. Das Textgerüst bleibt für jedes Kabel gleich, während sich die neun Textstellen mit dem Inhalt einer Datensammlung zu den jeweiligen Seekabeln fortlaufend aktualisieren. Die webbasierte Textkombinationen kreieren poetische Zeilen. Das in der Ausstellung gezeigte Screen-Capture-Video zeigt, wie sie der Künstler durch den Text der Website klickt. Es ist eine Reise entlang der Küsten des Mittelmeers sowie durch die Technikgeschichte von den 1990er-Jahren bis in die nahe Zukunft.

    Dirk Koy, Salvage, 2018
    Ausgangsmaterial für Dirk Koys Animation sind private Stadt- und Landschaftsfotos aus seinem Archiv. Sie werden mit Grafikprogrammen experimentell bearbeitet. Die Fotos fragmentiert er und setzt sie collagenartig im virtuellen dreidimensionalen Raum zusammen. Dabei verwendete er den «Viewport» des Programmes als Ausgabequelle, so dass die Arbeitsumgebung (Rasterlinien und Umrandungen) im Video deutlich sichtbar bleibt.
    Um das malerische Moment aus den einzelnen Fragmenten herauszuholen, montiert Dirk Koy die Szenen im Computer eng hintereinander und verdichtet sie zu einem Ganzen. Auch setzt er Programmfehler als Bildsprache ein, um die oftmals «cleane» Ästhetik der Computerprogramme zu brechen. Dabei entsteht eine Zufälligkeit, welche er zur Varianten-erzeugung im Gestaltungsprozess nutzt, um anschließend das Passende auszusuchen und weiterzuentwickeln. Ein Wechselspiel aus Zufall und Kontrolle.
    Die Dramaturgie der Bildzusammensetzung und Bilderabfolge ist dem Spannungsbogen der Musik angepasst. Bei der Musik handelt es sich um eine Komposition, die der Künstler vor Jahren mit einem der ersten IBM Homecomputern (Amstrad PC1512) komponiert hat. Auch sie holt er wie die Fotos aus dem Archiv und gibt ihr durch die Arbeit neues Leben. Darauf spielt der Titel Salvage (=bergen, wiedergewinnen) an.

    Emma Haeck, La pluie et le beau temps, 2018
    Haecks Video basiert auf einer Sammlung von Ferienpostkarten, die sie auf Flohmärkten zusammengetragen hat. Die Ansichtskarte war einst ein populäres Medium der Kommunikation von Landschaftsansichten und Feriengefühl. Sie wird heute von Sozialen Medien und Textnachrichten abgelöst. Die Ansichtskarten werden einzeln vor einer rosa Fläche präsentiert und gestapelt. Wir sehen klassische Ansichten von Ferienorten in den Alpen wie Zermatt und von Stränden in der Provence. Parallel dazu werden die Texte auf den Rückseiten von einer synthetischen Stimme vorgelesen. Stereotyp wird übers Wetter gesprochen und floskelhafte Gruss- und Höflichkeitsformeln überbracht. Die französische Redewendung „parler de la pluie et du beau temps“ bezeichnet denn auch eine oberflächliche Unterhaltung über banale Dingen, die keinen interessiert. Die meisten Absender bekunden, sich erholen zu wollen, die Ruhe der Berge oder der Natur zu suchen. Durchgängig wird das Ferienerlebnis auf die Formel: „très bonnes vacances, il fait beau“, gebracht. Gewitter, große Hitze oder Sturm sind Ferienverderber: „gross chaleur; ourage terrible.“ Der sich abzeichnende Klimawandel bringt mehr Unwetter und Stürme, lässt Meeresspiegel ansteigen, Schnee ausbleiben und Gletscher noch mehr schwinden. Dies verändert das Landschaftsbild und den Massentourismus. Haecks Arbeit erinnert daran, dass Klima nichts Konstantes ist, sondern variabel in Raum und Zeit.

    Nastassja Ramassamy, Triple 7, 2017
    Wettervorhersagen spielen im Flugverkehr eine zentrale Rolle. Windstärken, Gewitter, Blitz oder Hagel erhöhen die Risiken beim Fliegen. Flugmeteorologie ist ein eigenes Teilgebiet. Triple 7 ist eine minimalistische Choreografie für vier Performerinnen. Sie befinden sich in einer White Box mit abgeklebten Bodenfeldern mit ohrenbetäubendem Lärm vom Wind. Die Box wirkt wie ein abstrahiertes Flugfeld, in dem sich Flight Attendents und Fluglosten autistisch bewegen. Sie gehen mechanisch entlang der Markierungen und führen Gesten des Safty Briefings wie Maske Anziehens oder Schwimmwesten Aufblasen auf. Oder sie weisen pantomimisch auf Fluchtwege oder Andockstationen.

    // Veranstaltungen:

    Vernissage Fr, 23. November 2018 | 19 Uhr
    Begrüßung & Eröffnung im Foyer

    So, 16. Dezember 2018 | 15 Uhr im E-WERK Kuratorenführung 

    (Bustour Regionale 19 ab Basel nach Freiburg Start 10:00 Uhr)

    Sa, 05. Januar 2019 | Finissage 17 Uhr Anna Schütten: Werkpräsentation sono
    Galerie 1

    Führung durch die Ausstellung | Termine:

    So, 25. November 2018 | 16 Uhr

    Sa, 08. Dezember 2018 | 14.30 Uhr

    // Eintritt frei!


    Öffnungszeiten
    Do/Fr 17-20 Uhr / Sa 14-20 Uhr / So 14-18

    Ausstellung geschlossen zwischen 24.12.2018–2.1.2019

    // Gefördert durch: ART-regio Kunstförderung der SV SparkassenVersicherung //

  • Material Gestures: Material und Materialität in der Gegenwartskunst | 14.09.2018 - 28.10.2018
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    Foto: Marc Doradzillo | Installationview: Liesl Raff | Hanging, 2017, courtesy
    of the artist.

    Material Gestures

    Material und Materialität in der Gegenwartskunst

    // Vernissage Do, 13. September 2018 | 19 Uhr  Begrüßung und Eröffnung //

    20 Uhr | Artsit Talk mit Carla Lavin, Kammertheater

    // Di, 25. Sept. 2018 Vortrag mit Werkpräsentation
    William Cobbing: Haptic Feedback //
    Tonerde als Hauptakteur der Gegenwartskunst
    19.30 Uhr Kammertheater, E-WERK

    // Führung durch die Ausstellung | 16 Uhr

    Termine September: 16.09. | 30.09.2018

    Oktober: 07.10. | 21.10. | 28.10.2018

    Booklet >> Material Gestures << DE | EN

    Ausstellung, 14. September – 28. Oktober 2018

    Mit Arbeiten von Liesl Raff | Carla Lavin | William Cobbing | Stephan Hasslinger

    Unsere Alltagswelt ist immer umfänglicher von Automatisierung und Technologie geprägt. Arbeit hat sich dadurch in der westlichen Welt weitgehend auf die Bedienung von Bildschirmen über Tastaturen und Touchscreens reduziert. Sinnlich körperliche Erfahrung wird zunehmend durch virtuell-visuelle Stimulation ersetzt.

    Zeitgenössische Künstlerinnen und Künstler experimentieren hingegen vermehrt mit haptischen Materialen und ehemals kunsthandwerklichen Techniken. Sie nutzen dabei Eigenschaften und Eigenleben der Werkstoffe und der Verfahren für komplexe gestalterische Prozesse und arbeiten mit neuartigen Material- und Medienkombinationen. Dabei entstehen vielschichtige, die Sinne und den Körper ansprechende Arbeiten, die die Wechselwirkung von technologischer Entwicklung, Technikgeschichte und Kunstproduktion reflektieren und befragen.

    Die Ausstellung Material Gestures zeigt raumgreifende Installationen und fragt nach der Bedeutung von Material und Materialität in der Gegenwartskunst.

    Liesl Raff verwendet ein breites Spektrum an industriellen Werkstoffen wie Stahlblech, Epoxidharz oder Latex. Diese untersieht sie einer mehrstufigen Handhabung und neuartigen Kombination, so dass ihre Weichheit hervortritt und den Tastsinn anspricht.

    Carla Lavin setzt Tonerde einem prozessorientierten Formungsverfahren aus. In diesem Formungsprozess lässt die Künstlerin Faktoren des Ortes einfliessen, für den eine Arbeit entsteht. Ton verkörpert für Lavin die Verbindung zur natürlichen Welt sowie kulturelle Entwicklung. Durch die Kombination von Tonerde und digitalem Bild bemessen ihre Arbeiten den Zeitraum der menschlichen Kulturtätigkeit.

    In seinen gefilmten Performance Arbeiten verwendet William Cobbing Lehm als glitschiges und zum Zerfall neigendes Material. Die elementare Materialität verdeutlicht die Gebundenheit des menschlichen Verstandesvermögen und der Sprache an die physische Welt.

    Für Stephan Hasslinger ist der Brennofen der dritte Mitarbeiter. Die Eigenproduktivität des Brennprozesses im Zusammenspiel zwischen Glasuren und Tonerde ist ein wesentlicher Gestaltungsfaktor seiner Keramiken. Material und Verfahren werden der künstlerischen Idee nicht gänzlich untergeordnet, sondern haben selber Handlungsmacht im Formprozess.

    // Presse:

    Badische Zeitung – Der Sonntag: Entlang des Widerstandes von Annette Hoffmann | vom So, 16. September 2018

    Badische Zeitung: Eigenwilligkeit des Materials von Dietrich Röschmann | vom Mo, 17. September 2018


    [EN]

    Material Gestures

    Material and Materiality in Contemporary Art

    Our everyday world is more and more shaped by automation and technology. As a result, work in the Western world has largely been reduced to operating monitors via keyboards and touchscreens. Sensual physical experience is increasingly being replaced by virtual-visual stimulation. On the other hand, contemporary artists are increasingly experimenting with haptic materials and techniques previously used in craft. They use their intrinsic qualities and agency for a multilayered form process and work with and unprecedented material- and media combinations. The result are complex works that appeal to the senses and to the body, reflecting and interrogating the interaction between technological development, the history of technology and the production of art. The exhibition Material Gestures displays installations and investigates the significance of material and materiality in contemporary art.

    Liesl Raff uses a wide range of industrial materials such as sheet steel, epoxy resin or latex. It undergoes multi-stage handling and a new combination, so that its softness stands out and appeals to the sense of touch.

    Carla Lavin submits clay to a process-oriented molding procedure which is related to components the site for which a specific work is created. For her, clay embodies cultural development and a connection to the natural world for Lavin. Through the combination of clay and digital image, her works measure the period of human cultural activity.

    In his filmed performance work, William Cobbing uses clay as a slippery and decay-prone material. The elementary materiality point to the intertwining of the human intellect and language with the physical world.

    For Stephan Hasslinger, the kiln is the third collaborator. The intrinsic productivity of the firing process in the interplay between glazes and clay is an essential co-creator of his ceramics. Material and manipulation are not completely subordinated to an artistic idea, but have their own agency in the form process.


    ÖFFNUNGSZEITEN GALERIE 1 & 2 Do & Fr 17 h – 20 h | Sa 14 h – 20 h | So 14 h – 18 h

    Opening Hours Gallery 1 & 2 Thu & Fri 17 h – 20 h | Sat 14 h – 20 h | Sun 14 h – 18 h

  • In a World of Endless Rainfall: Natur als Choreografie des Werdens | 11.05.2018 - 24.06.2018
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    Foto: ©MarcDoradzillo, Johannes Willi & Daniel Lara, DJ Duft…, 2018

    In a World of Endless Rainfall: Natur als Choreografie des Werdens

    Mit Arbeiten von Ika Huber | Johannes Willi & Daniel Lara | Lucia Schmuck | Pauline v. Angerer | Sylvia Schedelbauer | Tino Sehgal

    kuratiert von Heidi Brunnschweiler

    // Ausstellung | Sa, 12. Mai – So, 24. Juni 2018

    >In a World of Endless Rainfall< Booklet DE/ EN

    BZ-Artikel:

    Eine Schau in Freiburg erkundet das Verhältnis von Natur und Mensch (veröffentlicht am Do, 24. Mai 2018 um 20:24 Uhr auf badische-zeitung.de)

    Die Ausstellung In a World of Endless Rainfall stellt künstlerische Arbeiten vor, die sich mit dem Verhältnis von Mensch und Natur neu beschäftigen. Sie hinterfragen die fürs westliche Denken charakteristische Trennung der Bereiche und entwerfen erweiterte Beziehungsformen. Dinge, Tiere, Lebewesen sind allesamt instabile Assemblagen, die sich unablässig beeinflussen und gegenseitigen Respekt fordern. Ein beherrschendes, ausbeuterisches Naturverständnis weicht einer Choreografie des Werdens, die auf Austausch und Durchlässigkeit beruht.

    Ika Huber (Freiburg i. Br.) arbeitet mit vegetabilen und floralen Formen. Ihre Malerei ist von einer dynamischen Beziehung zur Natur geprägt, die an asiatische Kalligrafie anklingt. Im Gegensatz zu einem Naturverständnis, das Dinge und Vorgänge zu beherrschen versucht, geht es der Künstlerin um Gewähren- und Wachsenlassen.

    Pauline v. Angerer (Erlangen) kartografiert ihre Umgebung, indem sie Blüten, Samen und Früchte von Pflanzen sammelt und zu Halsketten verarbeitet. Die fragilen Objekte erinnern an kindliches Tun und an eine romantische Naturauffassung. Herkunft und Kulturgeschichte der Pflanzen verweisen auf die Natur als Rohstoff und Konsumgut im kapitalistischen System.

    Lucia Schmucks (Nürnberg) Papierarbeiten stehen in der langen Tradition der Pflanzendarstellung, die aus naturwissenschaftlichen Studien und der Erfassung der vegetativen Schönheit entstand. Als Mischformen thematisieren sie den sezierenden Blick wie eine empfängliche offene Sensibilität.

    Johannes Willi (Basel) & Daniel Lara (Mexico City) beschäftigen sich in der ortsspezifischen Installation DJ Duft juega con tus sentimientos mit der animistischen Umweltauffassung indigener Völker und der heilenden Wirkung von Klang. Durch die eingezogenen Basssaiten wird der künstliche Wald zum Klangkörper. Darauf spielen Willi und Lara ihre neuen Kompositionen.

    In Wishing Well (2018) verwendet Sylvia Schedelbauer (Berlin) Found Footage eines Naturfilms aus den 1970er-Jahren und verarbeitet es zu einem Flicker-Film. In der Gleichzeitigkeit der unterschiedlichen Bildschichten wird die Zerstörung des menschlichen Lebensraums unterschwellig angeprochen.

    Ann Lee & Marcel (2016) ist eine Arbeit von Tino Sehgal, die sich mit der Manga-Figur Ann Lee beschäftigt. Sehgal erweckt sie in Ann Lee (2011) zum Leben. Sie verlässt ihr Dasein als flache Gestalt der Animationsfilme der Künstler Pierre Huyghe und Philippe Parreno und tritt in den dreidimensionalen Raum der Menschen. 2016 greift Sehgal in „Ann Lee & Marce“l die Figur erneut auf, um grundlegende Fragestellungen heutigen Menschseins zu behandeln.


    // Kunstnachmittag: Führung durch die Ausstellung: Immer Sonntags 16 Uhr | Treffpunkt Galerie 1

    Termine:
    Mai: 13.5. | 27.5.
    Juni: 03.6. | 10.6. | 24.6.18

    // Workshop: Sentir es jugar
    Mit den Künstlern Johannes Willi & Daniel Lara

    Termine:
    SA, 12 Mai 2018, 11–13 Uhr | Galerie 2 (DE/ES)
    SO, 13. Mai 2018, 11–13 Uhr | Galerie 2 (DE/ES)

    // TINO SEHGAL im Rahmen der Ausstellung In a World of Endless Rainfall

    Ein Kunstprojekt während des Freiburg Festivals: Ann Lee und Marcel, (2016).

    Fr, 08. Juni – Sa, 16. Juni 2018 | Die Choreografie ist zu den üblichen
    Galerie Öffnungszeiten in der Bilderhauerhalle zu sehen:
    Do & Fr 17 h – 20 h | + Di 17 h – 20 h | Sa 14 h – 20 h | So 14 h – 18 h

    // Finissage | So, 24.6 um 17 Uhr, Performance Galerie 2, E-WERK

    ÖFFNUNGSZEITEN GALERIE 1 & 2 Do & Fr 17 h – 20 h | Sa 14 h – 20 h | So 14 h – 18 h

    [EN]

    The exhibition In a World of Endless Rainfall presents artistic works that deal with the relationship between man and nature. They question the opposition between these areas that is characteristic of Western thinking by extended forms of their intertwining. A dominant, exploitative understanding of nature gives way to a choreography of becoming, based on exchange and permeability.

    Ika Huber (Freiburg i Br.) works with vegetal and floral forms. Her painting outlines a dynamic relationship to nature, reminiscent of Asian calligraphy. In contrast to a hierarchical understanding of nature that attempts to control, the artist is committed to a process of allowing and enabling.

    Pauline v. Angerer (Erlangen) maps her surroundings by collecting blossoms, seeds and fruits from flowers and plants, which she making into necklaces. The fragile objects are reminiscent of child`s play and a romantic notion of the natural world. By alluding to the provenance and cultural history of plants, Angerer`s objects refer to nature as a raw material and commodity in the capitalist system.

    Lucia Schmuck’s (Nürnberg) paper works stand in the long tradition of plant representation, which emerged from scientific studies and the depiction of vegetative beauty. As mixed forms, they reveal an anatomizing approach as well as a receptive open sensitivity.

    Playing with the healing effect of sound Johannes Willi (Basel) & Daniel Lara (Mexico City) address an animistic world view common with indigenous people in their new site-specific installation DJ Duft juega con tus sentimientos. Bass strings attached to their artificial forest transform the installation into resonating body. On this instrument Willi’s and Lara’s new compositions will be played.

    In Wishing Well (2018), Sylvia Schedelbauer (Berlin) uses found footage of a nature film from the 1970s and processes it with other found images into a flicker movie. In the simultaneous layering of different sources, the destruction of the human activity is addressed.

    Ann Lee & Marcel (2016) is a work by Tino Sehgal, which deals with the manga character Ann Lee. Sehgal brings her to life in Ann Lee (2011). Thereby she leaves her existence as a flat figure in the animated films of the artists Pierre Huyghe and Philippe Parreno and enters the three-dimensional world of human beings. In 2016, Sehgal revisits the figure in Ann Lee & Marcel to deal with basic issues of the human condition today.

    Finissage In A World of Endless Rainfall | Johannes Willi & Musikerfreunde

    Interview mit Johannes Willi & Daniel Lara –
    Dj Duft juega con tus sentimientos | 2018


    Gefördert durch: Pro Helvetia, Kulturelles Basel-Stadt, Stiftung Landesbank Baden-Württemberg, Förderverein E-WERK.

  • Nachtstücke: Von Verdrängtem, der Nacht und der Farbe Schwarz | 15.02.2018 - 25.03.2018
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    Foto: Nadia Lichtig, Ghosttrap (he was really perfect), 2007/2018, courtesy of the Artist.

    Nachtstücke

    Von Verdrängtem, der Nacht und der Farbe Schwarz

    Nadia Lichtig | Jaki Irvine |Theo Eshetu | Elisabeth Bereznicki

    Kuratiert von Heidi Brunnschweiler

    Booklet NACHTSTÜCKE (DE,EN)

    Nachtstücke ist der Titel von E. T. A. Hoffmanns berühmtem Erzählzyklus aus den Jahren 1816/17 mit Geschichten zu unheildrohenden und verdrängten Seiten des Lebens. In der Kunstgeschichte bezeichnet der Begriff bildliche Darstellungen nächtlicher Szenen. Nocturnes als von der Nacht inspirierte Kompositionen werden im 19. Jahrhundert kultiviert. Die Ausstellung Nachtstücke stellt Arbeiten der Gegenwartskunst ins Zentrum, die dunkle und unterdrückte Ereignisse erkunden, die schliesslich ans Licht gekommen sind. Es geht um die künstlerische Auseinandersetzung mit kollektiver Erinnerung an Kolonialismus und militanten Nationalismus und mit traumatischen persönlichen Erfahrungen. Durch ein vielfältiges Wechselspiel zwischen Bild, Ton und Text kommt es zur Überlagerung von Geschichtsschichten, in denen sich Wissen, Emotion und Nachdenken verbinden.

    In der Serie Ghosttrap, 2007/ 2018, setzt sich Nadia Lichtig mit Sigmund Freuds Vorstellung des Unheimlichen auseinander. Mittels Bild und Text erkundet sie traumatische Erfahrungen, die gewöhnlich unterdrückt bleiben, jedoch in entstellten Darstellungen und unzuverlässigen Erzählungen ins Bewusstsein treten. Die Künstlerin sammelt dazu seit 2007 Berichte gewöhnlicher Menschen, die von Angst und Terror erzählen. Diese transkribiert sie in rhythmische Prosa und druckt sie mit fluoreszierender Tinte aus. In der Ausstellung leuchten die Texte wie Botschaften aus dem Unterbewusstsein. Ihnen sind fotografische Nachtaufnahmen in und um Berlin zugeordnet, die in direkter oder indirekter Verbindung mit den Erzählungen stehen oder auch nicht. Durch die lose Zuordnung von Text und Bild zeigen sich die Übergänge von imaginierter und tatsächlicher Erinnerung als fliessend.

    Um zwei Ereignisse der irischen Geschichte geht es in Jaki Irvines Installation If the Ground Should Open, 2016. Diese werden in einer kontrastreichen Klanglandschaft aufeinander bezogen und auf ihre heutige Bedeutung befragt. Mittels Audioporträts von elf Frauen erinnert die Künstlerin an den Aufstand der irischen Nationalistinnen von 1916. Sie sind bisher in keinem Geschichtsbuch aufgeführt, da irische Nationalgeschichte weitgehend männlich bestimmt ist. 2014 schrieb Irvine den Roman „Days of Surrender“, um die Absenz zu adressieren.
    Aus den Namen dieser Frauen komponiert Irvine je eine Serie von Melodien. Diese Grundmotive („grounds“) werden mit zusätzlichen Tönen und weiteren Melodien zu einer komplexen Tonschöpfung ausgebaut. Irvine verwendet dazu das „canntaireachd-System,“ das bei Stücken für Schottische Hochland-Dudelsackpfeife gebräuchlich ist. Die elf Spuren für neun Musikerinnen sind über neun Lautsprecher im Raum präsent. Auf den Monitoren sind die spielenden Musikerinnen zu sehen, die die Komposition mit ihrer Musikalität, ihrem musikalischen Wissen und ihrer Grosszügigkeit interpretieren.
    Kontrastiert wird diese Klanglandschaft durch Fragmente aus den sogenannten „Irish Bank Tapes“ von 2008 singt. Es handelt sich um Aufnahmen interner Gespräche von Managern der Anglo-Irischen Bank im Zusammenhang mit der globalen Bankenkrise. Die Manager diskutieren, wie sie den irischen Staat zu Bankgarantien überreden könnten, um die Kosten für ihr selbstverschuldetes Missmanagement abzudecken. Einige sind später dafür wegen Betrug verurteilt worden.

    Das zynische Zeugnis aus dem Kontext der europäischen Bankenkrise von 2008 kontrastiert in Irvines Installation als männlich eigennützige Geste mit der bewusstseinserweiternden Dudelsack-Komposition, die an die mutigen Frauen erinnert. Die Arbeit verdeutlicht so die Notwendigkeit von moralisch integren gemeinschaftlichen Zielen in einer egoistischen, kapitalistischen Welt. Irvines Klanginstallation setzt sich aus einer Vielzahl sich überlagernder Melodien und Stimmen zusammen. Abhängig vom eigenen Standpunkt, ergeben sich abweichende Perspektiven auf die Geschichte.

    Mittels Zeit, Bewegung und Licht, den grundlegenden Elementen des Videos, erschafft Theo Eshetu in der Arbeit The Slave Ship, 2015, ein nachdenkliches ozeanisches Epos, das an die Geschichte der Sklaverei erinnert. Der Titel verweist auf J. M. William Turners gleichnamiges Gemälde von 1840 mit dem Sklavenschiff Zong im Sturm auf dem Meer. Darauf sieht man, wie der Kapitän versklavte Männer und Frauen über Bord wirft, um Versicherungsprämien zu kassieren. Das Video wird durch ein luken- oder teleskopartiges Fenster in einem pechschwarzen Gehäuse gezeigt. Dort erscheint – durch Spiegelungen erzeugt – eine leuchtende Kugel, die dem Globus gleicht. Man sieht abgefilmte alte Seekarten, bewegte Unterwasserlandschaften und Bilder von Flussfahrten und Meeresströmungen. Sie werden zu kaleidoskopartigen Mustern verdoppelt. Der Eindruck, sich auf einer Reise in die Tiefe ozeanischer Erinnerungen zu befinden, wird durch die Tonspur verstärkt. Barocke Musik und sphärische Summklänge, die an afrikanische Gesänge erinnern, rufen Mythen aus Vergangenheit und Gegenwart wach.

    Theo Eshetu spielt mit der Vorstellung von Drexciya, der Unterwasserstadt, die von afrikanischen Sklaven gegründet wurde, die auf der Durchfahrt durch die Mittlere Passage im Atlantik über Bord geworfen wurden. Auch inspirierte den Künstler die Erzählung vom Fliegenden Holländer und seinem Geisterschiff, das verdammt ist, bis in alle Ewigkeit mit einer gespenstischen Mannschaft toter Männer über das Meer segeln. Beide Referenzen deuten an, dass die Geister der ertrunkenen versklavten Männer und Frauen in den Gewässern der europäischen Häfen immer noch herumirren.

    Das Filmmaterial für das Video hat Theo Eshetu in Hamburg gedreht, wo die schwedische Afrika-Gesellschaft ab 1649 mit Sklaven, Gold, Elfenbein und Zucker aus São Tomé, Westafrika, handelte. Eshetu benutzt die Metapher der Ozeane, um das historische Vermächtnis des Handels aus dem Süden in den Norden zu untersuchen. Gleichzeitig geht es ihm um die Aktualität dieses Erbes für den gegenwärtigen globalen Warenhandel und die Migration über das Meer.

    Elisabeth Bereznicki stellt gefundene Designobjekte zu surrealen Assemblagen zusammen. Mittels schwarzer Lacksprayschicht werden sie verfremdet und in ihrer Zusammenstellung neue Einheiten betont. Tassen, Bistrotische, Serviertablette bilden mit geteilten Schaufensterpuppen und von ihnen abgetrennten Händen und Köpfen eigenartige Figurationen. Sie könnten der Traumwelt, dem Unterbewussten und dem Wahn entflohen sein.


    Veranstaltungen zur Ausstellung:

    //Vernissage Do, 15.02.2018 | Beginn 19.00 Uhr Foyer, Galerie 1 & 2, E-Werk

    Anschließend Artist Talk mit Künstlerin Jaki Irvine
    19.30 Uhr, Kammertheater

    //Do, 15. März 2018 | 19.30 Uhr, Vortrag: The Sound of Memory, Rahma Khazam, Kunsthistorikerin Paris & performative Lesung, Ghosttrap mit Nadia Lichtig (Künstlerin Montpellier), Kammertheater

    //So, 25. März 2018 | Finissage 17.00 Uhr: Werkpräsentation mit Theo Eshetu (Künstler Berlin), Kammertheater

    // NEU! Sonntags 16 –17 Uhr | Führung durch die Ausstellung, Treffpunkt Galerie 1
    Termine:
    So, 18.02., 25.02., 4.03., 11.03., 18.03., 25.03.2018

    Eintritt frei

    ÖFFNUNGSZEITEN GALERIE 1 & 2 Do & Fr 17 h – 20 h | Sa 14 h – 20 h | So 14 h – 18 h


    Nachtstücke is the title of E.T. A. Hoffmann’s famous cycle of narration from the years 1816/17 with stories about ominous and repressed sides of life. In art history, the term refers to pictorial representations of nocturnal scenes. Nocturnes as night-inspired compositions are cultivated in the 19th century. The exhibition Nachtstücke places works of contemporary art at the center that explore dark and repressed events that have finally come to light. It is about the artistic confrontation with collective memories of colonialism and militant nationalism and with traumatic personal experiences. Through a varied interplay between image, sound and text, layers of history overlap, combining knowledge, emotion and reflection.

    Exhibition: Fri 16 February – Sun 25 March 2018

    // NEW: Guided Exhibition Tour on every Sunday | 4 -5 pm, Meeting Point Gallery 1
    Tour Dates: Sun, 18.02., 25.02., 4.03., 11.03., 18.03., 25.03.2018

    //Thu 15 February 2018 | 7 pm Opening Exhibition
    7.30 pm: Artist’s Talk with Jaki Irvine, Kammertheater

    //Thu 15 March 2018, 7.30 pm | Talk: The Sound of Memory in Contemporary Art, Rahma Khazam, Art Historian Paris & Perfomative Lecture „Ghosttrap“ by Nadia Lichtig, Artist Montpellier, Kammertheater.

    Sun 25 March 2018 | 5 pm Finissage: Artist’s work presentation with Theo Eshetu, Artist Berlin, Kammertheater.

    //Opening Hours Gallery 1 & 2 Thu & Fri 17 h – 20 h | Sat 14 h – 20 h | Sun 14 – 18 h


    Artist Talk | Jaki Irvine – „If the Ground Should Open“ | Nachtstücke (2018)


    Performative Reading „Ghosttrap“ by Nadia Lichtig | Nachtstücke
    15 March 2018


    Lecture by Rahma Khazam and Artist Talk with Nadia Lichtig

    15 March 2018 | Nachtstücke

  • Regionale 18: Gesamtkunstwerk | 24.11.2017 - 07.01.2018
    +

    Institutionen Regionale18_EWERk_Galerie

    Foto: Miriam Coretta Schulte, Lecture Performance a night called layla, 2017, Foto courtesy of the artist

    Regionale 18 | Gesamtkunstwerk

    Ted Davis | Kriz Olbricht | Miriam Coretta Schulte & Johanna Hilari | Ephraim & Astrid Wegner

    kuratiert von Heidi Brunnschweiler

    Ausstellung: Fr, 24.11.2017 – So, 07.01.2018

    Fr 24.11.2017, 18.30 Uhr | Vernissage, Performance Miriam Coretta Schulte & Johanna Hilari, Foyer

    Mo, 27.11.2017, 20:00 Uhr, SCHWAN KREBS HECHT PERFORMANCE,
    Galerie 2
    Di, 28.11.2017, 20:00 Uhr, SCHWAN KREBS HECHT PERFORMANCE,
    Galerie 2
    Mi, 29.11.2017, 20:00 Uhr, SCHWAN KREBS HECHT PERFORMANCE,
    Galerie 2
    So, 03.12.2017, 17 Uhr Artist’ Talk, Astrid & Ephraim Wegner, Ted Davis, Kammertheater
    So, 17.12.2017, 14:30 Uhr, Bustour Regionale18, Führung durch die Ausstellung
    So 7.01.2018, 18 Uhr Vortrag, Gesamtkunstwerk, Prof. Dr. Angeli Janhsen, Kammertheater

    Regionale 18, Gesamtkunstwerk. Der ungarische Künstler und Bauhauslehrer Laszlo Moholy-Nagy stellte in seinem Buch Neuer Künstler (1921) unterschiedliche Erkenntnisarten zusammen, um das Potenzial ihrer Synthese zu erkunden.
    Ihm schwebte eine neue Kunst vor, die die isolierten Gestaltungsgebiete zu einem allumfassenden Gesamtkunstwerk zusammenführte. Die neue künstlerische Einheit aus Licht, Ton, Bild, Sprache und Raum sollte die Sinnesempfindung der Betrachter erweitern und eine vollständige Reform aller Lebensbereiche einleiten. Wie kann man 100 Jahre später über das Gesamtkunstwerk nachdenken? Welche künstlerischen Ausdrucksformen nimmt es heute an? Welche Rolle spielen digitale Medien, die immersive Räume aus Klang, Farbe, Licht und der vierten Dimension schaffen? Anlässlich der Regionale18 erproben vier KünstlerInnen neue komplexe Form- und Bedeutungsvernetzungen. Wie Randall Packer und Ken Jordan in ihrem Buch Multimedia. From Wagner to Virtual Reality (2001) zeigen, sind es heute insbesondere computer- und internetgesteuerte multimediale Installationen die alle Sinne ansprechen und auf die Steigerung der Wahrnehmung abzielen.

    Galerie I
    Kriz Olbricht, WERK, 2017, (1) Rauminstallation

    Kriz Olbricht hat sich mit der ganzheitlichen Designkonzeption von Friedrich Kiesler aus den 1930er-Jahren, der Arbeit An Exhibit von Richard Hamilton und Victor Pasmore, dem Merz Bau von Kurt Schwitters und dem Proun Raum von El Lissitzky beschäftigt. Doch geht es auch Baufehler, Ruinen, Improvisiertes und persönliche Erfahrungen, die in die Gesamtinstallation einfliessen. Der Titel spielt auf das Gesamtwerk eines Künstlers an wie auf die Gesamtheit des Raumes als Werk.

    Galerie II
    Ted Davis, OscillTypo + OscillBody, 2017 (2), Interaktive audiovisuelle Rauminstallation
    In Ted Davis’ Installation stehen vier Oszilloskope im Raum. Die von den ihnen erfassten elektrischen Signale werden in ein Gesamtkunstwerk aus Bild und Ton verwandelt. Eine Tiefenwahrnehmungskamera erfasst die Silhouette des Besuchers als Linie. Die Graphen als bildliche Zeichen werden anschliessend durch die Programmierung des Künstlers in Tonsignale umgewandelt, die vier Positionen einer pentatonischen Tonleiter einnehmen. Gleichzeitig moduliert er die elektrischen Impulse der Körpererkennung mit einer beliebigen typografischen Form zu Buchstaben. Ted Davis verwendet für die Ausstellung in Freiburg die Type der Hausschrift des E-WERKs. Der Künstler konvertiert durch den Computer Bildern in Ton, mischt sie in verschiedenen Graden und gibt sie anschliessend als Bilder auf den Oszilloskopen wieder. Dabei nutzt er die akustischen wie auch die visuellen Möglichkeiten der Transcodierung von elektronischen Signalen und die unendliche Auflösung von analogen Anzeigen.
    OscillTypo + OscillBody untersucht das gestalterische Potenzial der Vektoranzeige von Oszilloskopen und erzeugt ein audiovisuelles Hybrid aus Graphen, die Bilder und Tön.

    Astrid & Ephraim Wegner, raum||klang||farb(e), 2017, (3), Interaktive audiovisuelle Rauminstallation
    Auf sechs Super-8-Projektoren laufen kurze Filmloops. Sie setzen geometrische Elemente aus suprematistischen Bildkompositionen von Kazimir Malevich im Raum frei. Dazu wurde ein Schwarmalgorithmus verwendet und das Ergebnis im Anschluss auf analoges Filmmaterial übertragen. Die Endlosschleifen der Filmbilder treten in Beziehung zu einer Musikkomposition, in der sich das Rattern des analog-mechanischen Maschinengeräuschs der Projektoren mit digitalen Tonspuren aus sechs Lautsprechern verbindet.

    Für die digitalen Klänge nutzen Ephraim & Astrid Wegner den Computer als körperloses Instrument, das Musik aus Zahlenreihen generiert. Als ökonomische Maschine verfolgt der Computer das Gesamtsystem über die digitale Cloud und erzeugt eine eigenständige Komposition über die gesamte Ausstellungszeit. Dazu erfassen Kameras die Schattenbilder der Besucher vor den Projektionsflächen, die Veränderungen im Kompositionsverlauf auslösen.

    In der Apparatur strömen Kräfte aus verschiedenen Quellen zusammen. Schleifen werden gebildet aus Lichtbildern und Raum, aus den Verhältnissen von mathematischen Körpern zu klanglichen Gebilden, aus menschlichen Körpern und schwingenden Lautsprechermembranen. Zahnräder und Zahlenreihen, Licht und Schatten, Menschen und Maschinen sind Teil des Orchesters.
    www.anti-matter-plant.org

    Miriam Coretta Schulte & Johanna Hilaria night called layla, 2017, (4), Lecture Performance, Dokumentationsvideo
    Arabisch hat in den letzten Jahren im deutschen Sprachraum an Präsenz gewonnen, allerdings beherrschen immer noch nur wenige diese Sprache. Das Team von a night called layla schloss sich zusammen, um Hocharabisch mit Google Translate und Objektchoreografie zu lernen. Vor Publikum teilen die Performerinnen diese Lernvorgänge in Form einer Lecture Performance mit. Sie testen dabei die Anwendbarkeit ihrer neu entwickelten Lerntechniken und erarbeiten sich ein eigenes Sprachamalgam. In Abkehr von rein kognitiven Lernmethoden nähern sich Miriam Coretta Schulte & Johanna Hilari der arabischen Sprache über Bewegung und körperliche Zustände. Sie verwenden Muscle Memory und choreografische Automatismen: Lernen wird als somatische Verwirrung und als mentales Schwitzen praktiziert. Für das Kernteam Schulte/Hilari/Insignares von a night called layla ist das Projekt die Weiterentwicklung eines längeren Forschens zur Frage, warum wir tanzen. Welche Motivationen und Funktionen schreiben wir heute und in historischer Perspektive dem Tanz zu? Zugleich ermöglich die Arbeit eine Auseinandersetzung mit der arabischen Sprache und die mit ihr verbundenen Klischees zu überwinden. 2014 entwickelten Schulte und Catalina Insignares Martinez die Mnemotechnik „Hack-No-Tech“, die es ermöglicht, Informationen mit Hilfe von Bewegung im Körper abzuspeichern. Hack-No-Tech, Kurzform für „hackers non-technologiques“, entstand in Paris bei dem Versuch, auf absurde Weise die Emanzipation eines subjektiven Gedächtnisses einzufordern: Was von außen wie Tanz aussieht, ist eine Erinnerungstechnik, die mentale Aktivitäten durch Körpereinsatz unterstützt. Dabei werden einzelne Informationen mit abstrakten Bewegungen assoziiert und auf systematische Weise verknüpft. 2016 entwickelte Schulte das Solo „Hack-No-Tech – My Memory For You“ (Mai 2016 im Roxy Theater in Basel) und überprüfte dabei die Methode auf ihre Tauglichkeit in Bezug auf visuelle Erinnerung. Das fertige Solo erinnert zwar an eine tänzerische Bildbeschreibung, allerdings wurde auch deutlich, dass Hack-No-Tech nicht wie ein Zeichensystem und somit nicht wie eine Sprache funktioniert. Um die Technik weiter herauszufordern, entstand die Idee, Hack-No-Tech statt zum bloßen Erinnern auch zum Lernen einer Sprache anzuwenden.

    Förderung: Die Lecture Performance von Miriam Coretta Schulte wurde gefördert durch die Abteilung Kultur Basel-Stadt. Gefördert durch Regio Artline, Kulturstiftung des Bundes und das Zwetajewa Zentrum Freiburg.

    Öffnungszeiten Galerie
    Do/Fr 17-20 Uhr, Sa 14-20 Uhr, So 14-18
    Ausstellung geschlossen zwischen 23.12.2017 – 04.01.2018

  • The Weight of History: zeitgenössische Kunst aus Russland 100 Jahre nach der Oktoberrevolution | 13.10. - 19.11.2017
    +

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    Foto: © Arseny Zhilyaev, Anton Vidokle De Cosmos Recreation Center, 2016.

    The Weight of History

    Zeitgenössische Kunst aus Russland 100 Jahre nach der Oktoberrevolution. Mit Installationen von Mari Bastashevski, Chto Delat?, Arseny Zhilyaev und Ilya Kabakov & Emilia Kabakov sowie Anton Vidokle und Rahul Jain.

    Das Booklet zur «The Weight of History» Ausstellung hier

    Vernissage | 12.10.2017, 19.00 Uhr, Foyer, Galerie 1 & 2

    Ausstellung Fr, 13.10 – So, 19.11.2017

    Ausstellungsbesprechung in der Badischen Zeitung vom 07.11.2017:

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    Die Vision einer sozial gerechten Gesellschaft und der Anspruch ihrer tatsächlichen Umsetzung zeichnete die russische Revolution von 1917 aus. Beide haben im Sinne eines mentalitätsgeschichtlichen Kulturtransfers durchs gesamte 20. Jahrhundert in Europa und anderswo bis heute nachgewirkt. Ging es damals um die Einrichtung einer kommunistischen Lebensform mit proletarischer Kultur und die Kollektivierung von Produktion und Alltag, wird bei heutigen Massenprotesten ein selbstbestimmtes und würdiges Leben eingefordert.

    Kasimir Malevitch hatte sein Schwarzes Quadrat bereits 1915 zum Nullpunkt der Kunst und des Lebens erklärt. Die Zukunft war für ihn kosmischer Natur, die er als ungegenständliche, unendliche und unkontrollierbare Eigenbewegung der Materie verstand. In diese anarchische Urkraft, die jede gesellschaftliche Ordnung unterwanderte, sollte der Mensch eingehen. Der Tod war für Malevitch nicht der Feind des Lebens, den die organsierte Biomacht zu bekämpf hatte, sondern eine Metamorphose, eine Transformation der Materie in eine andere Form Das sowjetische Projekt lehnte er ab, weil es das Eintauchen ins kosmische Leben aufhielt.

    Die Utopie einer idealen kommunistischen Fortschrittsgesellschaft wurde unter Stalin bekanntlich zur Staatsideologie, die mit brutaler Gewalt durchgesetzt wurde und Millionen von Toten und Gefangenen hinterliess. Mit der Kunst des Sozialistischen Realismus musste die Welt glücklicher Arbeiter und der Fortschrittsgesellschaft als wahr dargestellt werden, obwohl die Sowjetrealität von grössten Entbehrungen geprägt war.

    Hannah Arendts kritisierte die russischen Revolution deswegen, weil ihre Führer die soziale Frage zur geschichtlichen Notwendigkeit erklärten, und damit später ihre kompromisslose Gewaltanwendung rechtfertigten. Sie selber sah das Wesen der Revolution in der Koppelung von Freiheit und gewaltlosem Neuanfang. Freiheit, nicht soziale Gerechtigkeit war deshalb für sie die Maxime politischen Handelns und eines tragfähigen Gemeinwesens.

    Entlang des spannungsvollen Verhältnisses von Ideal und Wirklichkeit, von Vision und praktischer Umsetzung werden sieben künstlerische Positionen vorgestellt und nach ihrem Umgang mit der Geschichte gefragt.

    Ein Beitrag des SWR zur Ausstellung

    kuratiert von Heidi Brunnschweiler

    ÖFFNUNGSZEITEN GALERIE 1 & 2
    Do & Fr 17 h – 20 h | Sa 14 h – 20 h | So 14 h – 18 h

    Gefördert von: Partnerprojekt “100 Jahre russische Revolution, Spurensuche in Deutschland und Europa” im Rahmen der Russischen Kulturtage 2017 in Freiburg und dem Zwetajewa-Zentrum für russische Kultur an der Universität Freiburg e.V., Kulturstiftung des Bundes und der Pro Helvetia, Schweizer Kulturstiftung.


    Fri 13th October–19th November 2017, Exhibition

    Opening Hours Gallery: Thu / Fri 5-8pm, Sat 2–8 pm, Sun 2-–6 pm

    The Russian Revolution was marked by the vision of a new, socially just society and the aspiration of its actual implementation. In 1917, the gate into the future seemed to be wide open and spurred utopian projects. The avant-garde artists took to the task of designing the new era. The exhibition “Weight of History” investigates how contemporary artists form Russia consider the role the Revolution of 1917 and the aftermath of its history today.

    The reorganization of the work under classless conditions was the central demand of 1917. The precarious living conditions of the proletariat, exploited by the labor market, were to disappear. Mari Bastashevski portrays workers under today’s globalized conditions. Her work shows vision and reality coud not be further appart. The still communist China operates as the hardest exploitation in neoliberal expansion struggle.

    curated by Heidi Brunnschweiler

    The Weight of History_english

  • Van Look Preis 2017: Zora Kreuzer | 16.09 - 01.10.2017
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    2017_Van_Look_Starfighter(Weiss), Zora Kreuzer

    Van Look Preis 2017: Zora Kreuzer

    Nocturne Fr, 15.09. | 18.00 Uhr – 22.00 Uhr

    Vernissage Sa, 16.09. | 17 Uhr

    Zora Kreuzer VAN LOOK Preisträgerin 2017

    Es knallt im wahrsten Sinne im Auge des Betrachters, wenn Zora Kreuzer (*1986) in ihren in In-Situ-Malereien Farbe, Licht und Raum sowie ihr Verhältnis im Bild an einem Ort untersucht. Während der bevorzugte Ton dafür neonfarbig ist, erscheint die Leuchtkraft der Farben durch den zusätzlichen Einsatz von Leuchtstoffröhren im Bild(Raum) umso künstlicher. Gleichzeitig stets an streng geometrische Formen gebunden, lassen ihre Arbeiten durchaus bewusst an bildhafte Elemente des Alltags denken: von der Leuchtreklame über Warnhinweise bis zu Logos! Aber auch kunsthistorische Verweise auf die Minimal Art oder Hard Edge-Malerei klingen in Kreuzers Arbeiten immer wieder an. Für die Ausstellung in der Galerie für Gegenwartskunst (Galerie II), anlässlich der Verleihung des VAN LOOK-Kunstpreises 2017 wird die Absolventin der Akademie der Künste Karlsruhe, Außenstelle Freiburg eine Installation vor Ort realisieren.

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    Preisverleihung der Stiftung VAN LOOK
    Sa, 16.09. | 17.00 Uhr

    Ausstellungsdauer bis So, 01.10.2017, Galerie 2
    ÖZ Sa 17.00 – 20.30 Uhr, So 14.00 – 18.00 Uhr, Do und Fr 17.00 – 20.30 Uhr

  • Patterns of Influence/ Parallelaktion 02.06.2017 – 09.07.2017
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    Foto: Fabio Lattanzi Antinori, Fortune Tellers, 2016, Installationsansicht.

    Ausstellung: Sa 03.6.–So 9.7.2017
    Vernissage: Fr 02.6.2017, 20.30

    GALERIE I

    Ulrich Wulff (Berlin): PARALLELAKTION

    Ulrich Wulff zeigt in seiner Ausstellung Malereien, in denen es um das Verhältnis zwischen Mensch und Maschine geht. Unter dem Motto Parallelaktion stößt der Betrachter ebenso auf eine Piano-Skulptur und auf zwei glänzende Rechtecke an der Wand, die wie schwarze Tasten wirken. Wulffs konzeptuelle Malerei lässt aber nicht nur Klänge im Kopf entstehen, sondern befragt eine Wirklichkeit, die zwischen den Dimensionen Form und Inhalt, Farbe und Klang, sowie Bild und Nicht-Bild angesiedelt ist. (Thomas Groetz)

    GALERIE II

    Fabio Lattanzi Antinori (London), Vera Sebert (Freiburg/Wien), Ania Soliman (Amsterdam):
    Patterns of Influence, Big Data und Interaktion

    In der Computertechnologie werden immer raffiniertere Analysesysteme geschaffen, um enorme Daten- und Informationsmengen auf bedeutende Muster auszuwerten. Die algorithmische Abarbeitung unserer digitalen Datenspuren gibt Auskunft über Konsumverhalten, Gesundheitszustand, Leistungsfähigkeit oder soziale Beziehungen. Lernfähige Maschinen werden zukünftig auch strategische Entscheidungen in Hedge Funds und in der Personalrekrutierung übernehmen. Diese Fragen beschäftigen die Künstler in Patterns of Influence.

    FABIO LATTANZI ANTINORI (London), beschäftigt mit sich mit Vorhersagen von Kursverläufen an Weltbörsen. Für den Künstler
    sind die unbeständigen und fluktuierenden internationalen Finanzmärkte unsichtbare Kräfte, die das menschliche Leben in ihren basalen Grundlagen permanent verändern und gefährden. In seinen interaktiven Sound-Skulpturen lässt er die visualisierten Algorithmen von Opernsängern aufführen und gibt so dem kapitalistischen Drama
    eine für die Menschen wahrnehmbare Form.

    Für die Medienkünstlerin VERA SEBERT
    (Wien/Freiburg) werden Bild, Text, Sound als digitale Daten zum Experimentierfeld, um Mediengrenzen und Wirklichkeitsebenen aufzuheben. In ihren interaktiven Mediencollagen werden Trennlinien in vielerlei Hinsicht fliessend und zeichnen Wirklichkeit als dynamisch aus. Es entsteht ein Spiel der Verschmelzung von digitalem und realem Raum, das die gewohnte Rezeptionshaltung irritiert und die für den Konsum optimierte Nutzeroberfläche zum einem Freiraum für menschliches Handeln macht.

    ANIA SOLIMAN (Paris/New York), thematisiert das immense Wachstum von Daten- und Informationsströmen. Klug genutzt, sind sie nicht versiegende Innovationsquellen. Die dominierende Macht, die Datensätze und Algorithmen über unser Leben und unsere Gesellschaft erlangen, werfen indes ethische Fragen auf. Werden wir – wie Adorno und Horkheimer einst für die Kulturindustrie diagnostizierten –
    durch Big Data und künstliche Intelligenz zu willenlosen Konsumenten und zum Spielball des Kapitals? Was geschieht, wenn Maschinen menschliches Bewusstsein erlangen? Und welche Beziehung zwischen Mensch und Maschine wird sich dadurch herausbilden?

    Kuratiert von Heidi Brunnschweiler

    SA 03.06.–So 09.07.2017, Ausstellung

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    ÖFFNUNGSZEITEN
    Do & Fr 17 h – 20 h | Sa 14 h – 20 h | So 14 h – 18 h

    EINTRITT frei

    Am 15.06.17 bleiben die Galerien geschlossen!
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    Sat 03.6.–So 09.7.2017, Exhibition
    Fri 02.6.2017, 20:30 h, Opening
    Sat 8.7.2017, 21:00 h, Late Night Performance

  • Vorübergehende Behausungen 03.03.2017 - 23.04.2017
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    Foto: Bruno Serralongue, 25.-26. März 2016, Series Calais, 2015 – ongoing, Courtesy of the Artist

    Bruno Serralongue, Paris; Karen Kramer, London; Enriquez Ramirez; Allen Sekula

    Transitory Dwellings / Vorübergehende Behausungen
    Transitorische Existenzformen zeichnen unsere Zeit aus. Wanderarbeiter, Geflüchtete oder Küstenbewohner leben in Übergangssituationen. Sie richten sich in vorläufigen Behausungen ein, die dann oft permanent werden und das Behelfsmässige zum Dauerhaften machen. Die Ausstellung Transitory Dwellings zeigt Formen des Transitorischen in der zeitgenössischen Kunst und fragt nach der Verfasstheit unserer Zeit, die sich in den künstlerischen Arbeiten abzeichnet.

    Der französische Fotograf Bruno Serralongue dokumentiert in Series Calais, Ongoing
    das inzwischen berühmt gewordene Flüchtlingslager “The Jungle” in Calais. Mittels Momentaufnahmen zeichnet er die sich konstant verändernde, prekäre Umgebung zwischen 2008 und der kürzlich erfolgten Räumung als fragmentierte Chronik nach.

    Karen Kramers filmische Arbeit The Eye That Articulates Belongs on Land (2016) ist eine anthropologische Studie von einer Küstenregion in Japan, Fukushima nicht unähnlich. Die Künstlerin erkundet die Verwüstung einer Landschaft am Übergang von Land und Wasser und fragt nach der Auswirkung auf die Bewohner. Lange Einstellungen zeigen menschliche Überbleibsel und die Rückkehr der Natur. Dieser unsichere posthumane Schwellenraum wird von Stimmen aus der Mythologie heimgesucht und erinnert an die möglicherweise vorübergehende Behausung der Menschen auf der Erde.

    Enrique Ramirez Cruzar un Muro (Überqueren einer Mauer) ist vom 13. Artikel der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte inspiriert. Hier wird allen das Recht zugesprochen, “jedes Land, einschließlich seines eigenen, zu verlassen und in es zurückzukehren”. Im Wartezimmer eines Büros für Einwanderungsangelegenheiten, das sich irgendwo befindet, kommen alle Hoffnungen unserer Zeit zusammen: die Sehnsucht und das Recht zu träumen, zu reisen und Grenzen zu überschreiten. Das surreale Szenario von Ramirez’ Film ist ein metaphorisches Spiel mit heutigen Übergangszonen zwischen Fiktion und Realität.

    Allen Sekula und Noël Burch folgen in ihrem Film The Forgotten Space den globalen Lieferketten von Cargosschiffen rund um die Welt. Die Erfindung des Containers und der Containerhäfen-Logistik hat erst die Voraussetzungen für den vollständig globalisierten Welthandel geschaffen. Sekula/Burch porträtieren ein Heer von Arbeitslosen und Wanderarbeitern bei ihren Versuchen, sich der ständigen Bewegung des Finanzkapitalismus anzupassen. Verlierer wie Sieger sind den kurzlebigen Produktionszyklen ausgeliefert, was ihre Existenz völlig der Finanzspekulation unterwirft.


    Ausstellung: Fr 3.3.–So 23.4.2017
    Vernissage: Do 2.3.2016, 19.30 UHR, Künstlergespräch mit Bruno Serralongue

    So, 5. März 2017, 11–16 Uhr, Offen für Kunst

    Do, 16. März 2017, 19.30 Uhr, Vortrag, From Camp to City – die Flüchtlingslager der Westsahara, Manuel Herz, Architekt Basel, Professor am Fachbereich Urban Studies, Universität Basel, in Kooperation mit dem Architekturforum Freiburg, Kammertheater

    Do, 6. April 2017, 19.30 Uhr, Künstlergespräch, Kunst und Krise, Rosa el Hassan, syrische Künstlerin, Berlin, spricht über ihre aktuellen Projekte, Kammertheater.


    ÖFFNUNGSZEITEN
    Do & Fr 17 h – 20 h | Sa 14 h – 20 h | So 14 h – 18 h
    AM OSTERSONNTAG 16.04. bleibt die Ausstellung geschlossen

    EINTRITT frei

  • Regionale 16 28.11.2015 – 10.01.2016
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    Yp8E5qWvzIaSLl1HKünstlerin: Dorothee von Rechenberg, „secret #2“, 2003, Fotografie

    Manchmal ist es Zuneigung auf den ersten Blick, manchmal ist ein zweiter nötig, um den Menschen zu finden, der unser „Lebensmensch“ (Thomas Bernhard) wird. Manchmal sehen wir aber auch ein Bild, eine Skulptur, eine Zeichnung, die uns so ergreift, im Innern berührt, dass wir mit diesem Kunstwerk leben möchten, es immer in unserem Lebensraum wissen wollen: Es wird zu unserm „Lebenswerk“. Nichts, was wir nur im Vorbeigehen flüchtig wahrnehmen, sondern etwas, das uns ein Leben lang Freude und Kraft, Geborgenheit und Erinnerungen, kurz: Heimat schenkt. Stellen Sie sich diese Ausstellung wie ein Blind Date vor, bei dem Ihnen Künstlerinnen und Künstler aus drei Ländern die Gelegenheit geben, „Lebenswerke“ kennenzulernen.

    Vernissage Fr 27.11. | 21.00 Uhr
    27.11. ab 22 Uhr Große Freiburger Regionaleparty mit Livekonzert von Pari San

    Begleitprogramm:
    So 6.12. | 14.30 Uhr | Im Gespräch mit den Kuratoren durch die Ausstellung | GALERIE I + II

    So 10.01.2016 | 16.00 Uhr | “Wie privat darf Kunst werden?” Die Kuratoren Marcel Oettrich und Dr. Yvonne Ziegler im Gespräch mit Künstlern und Kunstkennern | FOYER

    Künstlerinnern und Künstler
    Alex Bleuler (CH), Stefanie Ehrenfried (D), Delphine Gatinois (F), Jens Reichert (D), Gauthier Sibillat (F), Bea Stach (D), Dorothee von Rechenberg (CH), Daniel Zeltner (CH)

  • Performing Grounds 09.09.2016 - 02.10.2016
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    Foto: Leonor Serrano Rivas,Limbs Describe Curves, 2015, Installationsansicht, Galeria Marta Cervera, Madrid, Courtesy of the Artist

    Performing Grounds

    Dora Garcia, Barcelona | Leonor Serrano Rivas, London | Samuel Leuenberger/SALTS Birsfelden/CH / junge Künstlerin Baden-Württemberg

    Performance als Situation, Installation und skulpturale Intervention

    Ausstellung: Sa 10.9.–So 2.10 2016

    Vernissage: Fr 9.9.2016, 19.30

    Kuratiert von Heidi Brunnschweiler

    Performance gilt gemeinhin als zeitliches Medium. Der Raum und die installativen Elementen einer Aufführung werden wenig beachtet. In Performing Grounds geht es darum, Performance als „Raum-Zeit Gebilde“ (Merleau-Ponty 1994) zu denken und die Bedeutung des Ortes für die Aufführung zu erkunden. In einer Abfolge von Räumen werden performative Arbeiten unterschiedlicher Künstlerinnen und Künstlern gezeigt, die den Raum als Situation, installative oder skulpturale Intervention nutzen. Für Performing Grounds wird Dora Garcia eine neue Arbeit, entwickeln, die sich auf den Kontext Freiburg bezieht.

    Tending to Motion II – a trailer
    Installation – Jan Kiefer
    Music – Nik Emch
    https://youtu.be/V963HwKRIXg

    MEHR

  • Komplexe Systeme 13.05.2016 - 26.06.2016
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    Jorinde Voigt, Hauro (I), 2015, diverse Materialien auf Papier, Courtesy the artist

    Ein System wird als eine Zusammenstellung von Elementen verstanden, die durch Wechselbeziehungen ein Gefüge mit gemeinsamer Funktion bilden. Lange war das binäre System im westlichen Denken vorherrschend und prägte mit seiner reduktionistischen Logik gesellschaftliche wie biologische Modelle. Nach dem Gesetz der Spiegelung versucht es die Welt in hierarchischen Strukturen abzubilden. Das Eine wird zwei, aus der Wurzel wird ein Baum, so haben es Gilles Deleuze und Felix Guattari in Tausend Plateaus beschrieben. Mit ihrem Vorschlag des Nebenwurzel-Systems verbinden sie Mannigfaltigkeit und Komplexität, die durch expandierende, erobernde Fluchtlinien azentrische Gefüge hervorbringen.
    Die Ausstellung Komplexe Systeme zeigt zwei künstlerische Einzelpositionen, die unterschiedliche Systeme auf je eigene Weise befragen und für ihre Kunst produktiv nutzen.

    Jorinde Voigt, Berlin
    Vielfältige Phänomene der kulturellen Umwelt wie Temperaturverläufe, akustische Impulse, Windrichtungen, die Farbwerte einzelner Pflanzen oder Inhalte philosophischer Texte unterzieht Jorinde Voigt (*1977) einer systematischen Analyse. Die daraus gewonnenen Parameter verdichtet die Künstlerin durch dynamische Strichfolgen, turbulente Linienschwünge oder collagierte Farbflächen zu abstrakt diagrammatischen Notationen.
    Durch den Zeichnungsvorgang entstehen – den Gefügen von Deleuze und Guattari verwandt – komplexe, vom persönlichen Denk- und Vorstellungsraum der Künstlerin geprägte Beschreibungen heterogener Phänomene der Welt. Die Einzelblätter mit ihren vertikalen Fluchtlinien weisen bereits jene Intensitätszonen auf, die durch die Serien nach gesteigert werden.

    Voigts Diagramme legen die systemeignen Operationen dieser Phänomene nur bedingt offen, verweisen vielmehr auf ihr kreativ-zeugendes Potenzial. Die Sinneseindrücke aus einer speziellen Körperhaltung registrierend, schafft sie Zeichnungen von grosser Komplexität. Als Serien kartografieren sie Welt als offenen Informationsfluss und verdeutlichen die potenzielle Unendlichkeit der Mannigfaltigkeitsproduktion. In Freiburg werden die Serien Inherited Desire, 1-12, (2015), Hauro I und II (2015), Cavallini Algorithmus Triptychon (2015), Infinite Now (2015) gezeigt.

    Gabriela Löffel, Genf und Bern
    Die Schweizer Künstlerin (*1972) beschäftigt sich mit verborgenen Komponenten von staatlichen oder gesellschaftlichen Ordnungsformen. Durch Übersetzungsprozesse, Fragmentierung und sprachliche Verschiebungen geben ihre Arbeiten Einblicke in Mechanismen, die ein System teilweise erst ermöglichen und auf andere Bereiche ausdehnen.

    Ausgehend vom Erlebnisbericht eines Kriegstouristen beschäftigt sich Löffel in der Mehrkanal Videoprojektion Offscreen (2012–2013, de 2014) mit der Kommerzialisierung von Krieg durch die Reisebranche und dem dialektischen Verhältnis von Krieg und Kino. Dabei interessiert sie sich, wie die Gesetzmässigkeiten bewaffneter Politik in unserem Alltag in Erscheinung treten und fragt, inwiefern diese durch die Bilderpolitik des Kinos produziert werden. Hierzu setzt sie den Reisebericht des Kriegstouristen, den sie von einem Schauspieler interpretieren liess, in Verbindung mit Videobildern von den Filmstudios Babelsberg in Potsdam.

    In The Easy Way Out (2010) untersucht Gabriela Löffel anhand des alltäglichen Sprechens über Kriegserfahrung die Logik von staatlich organisierten Kriegseinsätzen im Ausland.
    Löffel zeichnete dazu die Alltagsgespräche zwischen einem amerikanischen Soldaten, der soeben aus dem Irak zurückkehrte, mit einer lokalen Hotelbesitzerin und zwei Autoverkäuferin in der Nähe des us-amerikanischen Truppenübungsplatzes in Süddeutschland auf. Im Zentrum der Installation sind auf Leinwänden die drei DolmetscherInnen zu sehen, die die Künstlerin beauftragte, das aufgezeichnete Gespräche simultan aus dem Englisch ins Deutsche zu übersetzen.
    In der frühen Arbeit Fallbeispiel (2006) geht es um fallende Körper, die dem Betrachter durch ihr unaufhaltsames Stürzen möglicherweise den geschützten Stand und seine Sicherheit entziehen. Die eigentliche Aktion des Sturzes ist im Bild ausgelassen. Sie wird jedoch durch die Tonspur wieder aufgenommen. Die Künstlerin hat die mit Kontakt- und Stethoskopmikrofonen aufgenommenen Körpergeräusche wie inneres Pochen, Vibrieren, Aufschlagen und Streifen durch Bearbeitung verfremdet.



    VERNISSAGE
    DO 12.05. | ab 19.00 UHR
    19.30 | Begrüßung und Artist`s Talk: Heidi Brunnschweiler im
    Gespräch mit Gabriela Löffel | Foyer

    AUSSTELLUNG
    FR 13.05. – SO 26.06.

    ARTIST`S TALK JORINDE VOIGT
    DO 16.06. | 20.00 UHR | Kammertheater

    VORTRAG: “SYSTEM UND NETZWERK – ZUR UNMÖGLICHKEIT EINER UNTERSCHEIDUNG”
    Do 23.06. | 19.30 UHR | Kammertheater
    Mit Matthias Leanza, Universität Freiburg


    Hier finden Sie den Mitschnitt des Vortrags von Matthias Leanza. (Video)


    ÖFFNUNGSZEITEN
    Do & Fr 17 h – 20 h | Sa 14 h – 20 h | So 14 h – 18 h
    An Pfingsten geschlossen: SA 14.05. und SO 15.05.

  • WAYS OF LOOKING / Rahmen und Rahmungen zwischen digital und analog 05.03.2016 - 10.4.2016
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    EWerk-WaysOfLooking_8537_webFoto: Marc Dorazillo

    Was wir sehen, ist vom Wie des Sehens geprägt. In der Ausstellung Ways of Looking werden anhand von drei künstlerischen Positionen medial unterschiedliche orchestrierte Blickweisen auf die Welt untersucht. Dabei interessiert nicht nur wie die neuen digitalen Medien und ihre Apparaturen wie Live Stream ältere Blickregime, wie sie sich in Film oder Skulptur manifestieren, ablösen. Vielmehr wird danach gefragt, welche neuen Sichtweisen die Schnittstellen von analog und digital eröffnen und unseren Blick auf Realität, Geschichte und uns selbst verändern.

    Sam Smith, London/Sidney
    Seine Installationen stehen am Schnittpunkt von Bild und Architektur. Sie erschaffen eine visuelle Sprache, die zur Geschichte des Kinos und zu seinen möglichen zukünftigen Formen spricht. Sam Smith experimentiert mit Szenarien, die das filmische Bild aufbrechen und in den Raum ausserhalb des Bildkaders führen. Für die Ausstellung in Freiburg entsteht die neue Filmarbeit Horizontal Window (2016) in Kooperation mit der Glasgow International und The Telfer Gallery (Glasgow), die sich mit dem gerahmtem Blick und seiner Bedeutung in der Architekturgeschichte, insbesondere bei Le Corbusier befasst.

    Anna K.E., Düsseldorf/New York
    Anna K.E. untersucht den Blick auf sich selbst als Künstlerin. In ihrem 3-Kanal Video Multiple Keyhole (2013) experimentiert sie mit der Tradition des modernistischen Studiobildes und inszenierte das künstlerische Schaffen als absurden, zum Scheitern verurteilten Balanceakt. Mit dem filmischen Medium hinterfragt sie die Nützlichkeit der künstlerischen Kreativität, die als utopisches Versprechen gerade von den modernistischen Architekten eingefordert wurde. Die Selbstbefragung im filmischen Mediums wird um eine Werkpräsentation erweitert. Der Betrachter kann so zwischen multiplen Schaffenswelten der Künstlerin hin- und herschwenken.

    Jacob Ott, Freiburg i. Br.
    Jacob Ott nimmt im Motive des Fensters Blickführung und Wirklichkeitskonstruktion in der Malerei auf. Er arbeitet mit der Opazität des Mediums und spielt mit Linien und Flächen auf einen filmischen Imaginationsraum an.

    Ausstellung: Sa 5.3.–10.4.2016
    Do | Fr: 17 h – 20 h | Sa: 14 h – 20 h | So: 14 h – 18 h
    Vernissage: Fr 4.3.2016, 19.30
    Kurzfilm des Eröffnungsgesprächs

    Performance Sam Smith 19.30 | 20.30 | 21.30, Galerie II

    Performance Sam Smith Galerie II
    Sa 5.3.2016, 18.30 | 19.30 Uhr
    Do 17.3.2016, 18.30 | 19.30
    Fr 18.3.2016, 18.30 | 19.30


    Hier finden Sie die Performance von Sam Smith im Rahmen der Ausstellung (Video)


    Öffentliche Führung
    Do 17.3, 19 Uhr

    Vortrag
    Fr 8.4.2016, 19.30 Mies’ Bilder, Vortrag Dr. Lutz Robbers, Architekturtheorie RWTH Aachen, in Kooperation mit dem Architekturforum Freiburg (Kammertheater)

    PRESSE:
    BZ, 10.03.2016
    „Auf welche Weise die Metapher und Materialität des Fensters unseren Blick prägt, erkundet eine bemerkenswerte Ausstellung im Freiburger E-WERK. „Ways of Looking“ versammelt Arbeiten von drei Kunstschaffenden, deren Ansätze kaum unterschiedlicher sein könnten.“

    DER Sonntag, 06.03.2016

    „Ein Bild verlangt einen Rahmen. Nur sind die Tage von Vergoldungen und üppigem Schnitzwerk vorbei. Was es heute braucht, um ein Bild als solches wahrzunehmen, untersucht derzeit die Ausstellung „Ways of Looking“

    English version:

    Sam Smith, Anna K.E., Jacob Ott, Ways of Looking / Frames and Framing between digital and analogue

    Curated by Heidi Brunnschweiler

    Exhibition: Sat 5.3.–Sun 10.4.2016
    Opening: Fri 4.3.2016, 7.30 pm
    Performance Sam Smith 7.30; 8.30; 9.30 pm, Gallery II

    Performance Sam Smith, Gallery II
    Sat 5.3.2016, 6.30; 7.30 pm
    Thu 17.3.2016, 6.30; 7.30 pm
    Fri 18.3.2016, 6.30; 7.30 pm

    Guided Tour, Thu 17.3. 2016, 7 pm
    Talk Fri 8.4.2016, 7.30 pm, Mies’ Bilder, Dr. Lutz Robbers, Architekturtheorie RWTH Aachen, in cooperation with the Architekturforum Freiburg (Kammertheater)

    We know the world by how we see it. In the exhibition Ways of Looking contemporary artists are investigating different ways of looking onto the world. The exhibition focuses not only on how new digital media and their apparatus replace systems of looking manifest in cinema or sculpture. It rather asked what kind of new perspectives can emerge at the interfaces of analogue and digital, and how these forms will change our view of reality, history and ourselves.

    Sam Smith, London/Sidney. His installations are at the intersection of image and architecture. They create a visual language that speaks to the history of cinema and its possible future. Sam Smith experiments with scenarios that break the cinematic image out and bring into the space outside. For the exhibition in Freiburg he creates the new film work Horizontal Window (2016) in cooperation with the Glasgow International and The Telfer Gallery (Glasgow), in which he deals with the framed view and its significance in the history of architecture, especially in Le Corbusier.

    Anna K. E., Dusseldorf/New York. Anna K. E. examines the views of herself as an artist.
    In her 3-channel video Multiple Keyhole (2013) she experiments with the tradition of the modernist studio portrait by staging the artistic creation as an absurd balancing act doomed to fail. With the cinematic medium the usefulness of artistic creativity as utopian promise especially for modernist architects is put up for negotiation. This self-questioning is amplified by the presentation of artistic works. In this way, the beholder can navigate between multiple creative worlds of the artist.

    Jacob Ott, Freiburg i.Br., takes up the window as a framing device and a traditional topos for constructing reality in painting. He works with the opacity of the medium and plays with lines and surfaces to create a cinematic space of imagination.

  • In-Dis-Appearance 19.09.2015 - 24.10.2015
    +

    EWerk-InDisAppearance_5439_webVerschwinden und Erscheinen in der Gegenwartskunst, Florian Schmidt (Berlin) und Jananne Al-Ani (London), mit einer Performance von Julie Jaffrennou (Freiburg i.Br.)

    Kuratiert von Heidi Brunnschweiler

    Der Blick von weit oben, die verfremdende Aufsicht auf Städte und Landschaften hat insbesondere Künstler der Moderne auf ihrer Suche nach Gegenstandslosigkeit inspiriert. Die Luftaufnahme als abstrahierendes, die menschliche Figur zum Verschwinden bringendes Bildverfahren wurde seit dem 19. Jh. für Kriegsführung und koloniale Eroberung kontinuierlich entwickelt. Heute im Zeitalter der Drohnenist die damit einhergehende Ästhetik des Verschwindens (Paul Virilio) erneut aktuell, werden durch sie doch die ethischen und rechtlichen Probleme ferngesteuerter Kriegsoperationen deutlich.

    Die Ausstellung In-Dis-Appearance mit künstlerischen Arbeiten von Florian Schmidt (Berlin), Jananne Al-Ani (London) und Julie Jaffrennou (Freiburg i.Br.) untersucht Abstraktion in diesem aktuellen Spannungsfeld und fragt, wie der menschliche Körper wieder eingebracht werden könnte.

    Begleitprogramm

    Öffentliche Führungen: Do 01.10. u. Do 15.10. 2015, 19 Uhr, Galerie I

    Werkgespräch Florian Schmidt: Do 15.10. 2015, 20 Uhr, Kammertheater

    Deutschlands Rolle im Drohnenkrieg, Vortrag mit Elsa Rassbach: Do 22.10. 2015, 19 Uhr, Kammertheater


    Hier finden Sie den Vortrag von Jananne Al-Ani (London) im Rahmen der Ausstellung. (Video)


    Hier finden Sie die Performance von Julie Jaffrennou im Rahmen der Ausstellung. (Video)


     

    English Version

    FORMS OF APPEARING AND DISAPPEARING IN CONTEMPORARY ART, FLORIAN SCHMIDT (BERLIN) AND JANANNE AL ANI ((LONDON), WITH A PERFORMANCE BY JULIE JAFFRENNOU (FREIBURG I. BR.)

    Curated by Heidi Brunnschweiler

    The view from high up, the distorting oversight of cities and landscapes has particularly inspired artists in the modern period. The Futurists, for example, used the dynamized aerial perspective for their Aeropittura, a painterly style derived from aviation. The sensation of flying deeply influenced Kazimir Malevich’s non-representational art. In the 1960s Robert Smithson engaged with the bird’s eye view anew after he had seen the first satellite images.

    The abstracting process of areal recording, which makes the human figure disappear, has been developed for warfare and colonial conquest since the 19th century. With the unmanned drones, as it seems, this technique has reached its perfection today. Paul Virilio has spoken of an “aesthetic of disappearance” in this context that reduces enemies to anonymous targets on the battleground. This new strategy of warfare has serious ethical and legal implications as the philosopher Grégory Chamayou shows in his Drone Theory.

    The exhibition In-Dis-Appearance addresses abstraction within this current tension and asks how the human figure might be re-introduced. Inspired by Robert Smithson, Florian Schmidt deals with the intertwining of the two- and three-dimensional picture space.

    In her large-format video installations Shadow Sites I and II with aerial film and photographs shot in the Middle-East, Jananne Al-Ani exposes us to the beauty of the abstracted landscape seen from above. She thereby renders the vertical perspective as a deceptive visual strategy to legitimate annexation while giving the impressionof surveying an uninhabited territory.

    Julie Jaffrennou’s performance illustrates how difficult it is in the first place for a body in a real site to disappear.

    Opening: Fri 18.9.2015, ab 19.30 Performance Julie Jaffrennou (Galerie II), 20.00 Artist’s talk Jananne Al-Ani (Kammertheater), 21.30 Party (Foyer)

    accompanying program

    Guided Tours: Thu 01.10. / Thu 15.10. 2015, 19.00, Galerie I

    Artist’s talk Florian Schmidt: Thu 15.10. 2015, 20.00, Kammertheater

    Lecture: Drone Theory (Ferngesteuerte Gewalt. Eine Theorie der Drohne), Grégory Chamayou, Universität Lyon: Thu 22.10, 20 Uhr, Kammertheater

    PRESSE/REVIEWS:

    Artline vom 28.09.15

    Badische Zeitung vom 25.9.15

    DerSonntag vom 20.09.2015

  • A 1000 TIMES NO 30.05.2015 – 21.06.2015
    +

     

     

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    Für die Kunstintervention A 1000 Times No (2011 –) nutzt Bahia Shehab, Kairo, die reiche Tradition der arabischen Kalligraphie und adressiert damit aktuelle Fragen. Buch und Straße sind ihre bevorzugten Medien, um Ansichten, Träume und Hoffnungen auszudrücken.

    Die Intervention in Freiburg besteht aus zwei Teilen: Für die Street-Art auf der Wiwili Brücke verbindet die Künstlerin ‚Neins‘ von arabischen Denkmälern der letzten 1400 Jahre mit Protestbotschaften. Damit setzt sie ein Zeichen gegen den erstarkenden Extremismus, sei es des radikalisierten politischen Islams (Thomas Schmidinger) oder der rechts gerichteten Bewegungen.

    In der Ausstellung im E-WERK vertieft die Künstlerin die Auseinandersetzung mit den arabischen Schriftzeichen und der islamischen Architektur durch ein Künstlerbuch und eine Soundinstallation. Sie erweitert so Wahrnehmung und Identitätsvorstellungen und nutzt Schönheit, die berührt, als Mittel zur Veränderung.

    Screening im E-Werk
    Mit Video- und Filmarbeiten zu Gender, Identität und Tradition (im Untergeschoss) von Anahita Razmi (Berlin), Mounira Al Solh (Amsterdam), Filippa Bauer (Köln), Mahassine EL Hachadi (Marrakesh), Farah Haider (Kuwait), Moussa Sarr (Paris)

    Begleitprogramm

    DO 04.06. | 17.30 UHR Filmvorführung und Gespräch mit Kuratorin Heidi Brunnschweiler, Filippa Bauer (Filmemacherin) zum Film „Freiräume“ (2015) und Mahassine El Hachadi (Filmemacherin) zum Film “Apnée” (“Atemstillstand”, 2010)
    DO 04.06. | 20.00 UHR Filmvorführung, Mark Nickolas, „Nefertiti’s Daughters, A Story of Women, Art and Revolution in Egypt“ (2014)
    DI 16.06. | 18.30 UHR Vortrag „Der Preis des Vergessens. Gewalt im Frühislam“, Dr. Abdel-Hakim Ourghi (Islamwissenschafter, PH Freiburg), Moderation Dr. Abdel-Hakim Ourghi (Isalmwissenschafter, PH Freiburg)
    FR 19.06. | 18.30 UHR Vortrag „Politischer Islam in Europa“, Dr. Thomas Schmidinger (Universität Wien)

     

    English Version

    For “A 1000 Times No” (2011 –) Bahia Shehab uses the rich and beautiful tradition of Arabic calligraphy to address contemporary issues. The book and the streets have become her favourite media to express views, dreams and hopes for a better Egypt and a society that remembers its aesthetic and cultural values.

    Her intervention in Freiburg consist of two parts: Street-Art Wiwili Brücke: On the Wiwili bridge the artist paints Nos taken from Arab monuments of the past 1400 years. By combining them with current messages she sends out a signal to the rise of extremist movements, be it a radicalized political Islam (Thomas Schmidinger) or right-wing parties.
    Exhibition E –WERK: In the exhibition the artist deepens the encounter with Arabic script and architecture through an artist’s book and a sound installation, thereby extending perceptions and understandings of identity. Beauty becomes a mean for change. | Image: Bahia Shehab, Wall in Cairo, 2011

    Screening at E-Werk: In the basement a series of films and videos addressing issues of gender identity and tradition is shown. Works by Anahita Razmi (Berlin), Mounira Al Solh (Amsterdam), Filippa Bauer (Köln), Mahassine EL Hachadi (Marrakesh), Farah Haider (Kuwait), Moussa Sarr (Paris)

    accompanying program

    TH 04.06.2015 | 5.30 PM | Heidi Brunnschweiler (curator) and Filippa Bauer (filmmaker) on “Freiräume” (2015) and Mahassine El Hachadi (filmmaker) “Apnée” (“Atemstillstand”, 2010)
    TH 04.06.2015 | 8.00 PM | Screening, Mark Nickolas, “Nefertiti’s Daughters, A Story of Women, Art and Revolution in Egypt” (2014), Kammertheater
    TU 16.06.2015 | 7.30 PM | Lecture Dr. Abdel-Hakim Ourghi (Islamic Studies, PH Freiburg), “Der Preis des Vergessens. Gewalt im Frühislam” (in German)
    FR 19.06.2015 | 7.30 PM | Lecture Dr. Thomas Schmidinger (Universität Wien), “Politischer Islam in Europa” (in German)

    Mit

    Prof. Bahia Shehab, Künstlerin, Kairo | Dr. Heidi Brunnschweiler, Kuratorin

     

    Interview mit Bahia Shehab zur Kunst-Aktion auf der Wiwili Brücke

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